Die Poster im Jetzt
Immer wieder werden Fragen zu den PopArt-Postern, die alle Jetzt-Wände bekleiden, gestellt und kaum jemandem sind sie noch nie aufgefallen - so fett kann man gar nicht sein. Die meisten werden nun auch von Kunstglas geschützt, so dass einem das Glas nicht die Kehle durchschneidet, wenn beim Tanzen auf den Bänken mal eins runterfällt, abgesehen davon wurden fast alle fix an die Wand montiert.
Gefertigt wurden sie alle von Frank Kozik, der in den frühen 80ern anfing, die etwas eingeschlafene PopArt-Szene von Austin, Texas aus wiederzubeleben. Er designte Flyer für befreundete Punk Rock Bands und erlangte bald großen Zuspruch mit seinen Werken.
Später ging er nach San Francisco, siedelte sich in der Bay Area an und gründete das Label Man's Ruin Records unter dem von 1995-2001 über 200 Singles und LPs erschienen. Diese Werke wurden bald zu Sammlerstücken, da die LP-Cover mit beeindruckenden Siebdrucken aus dickem Karton bestanden und das Vinyl selbst schwer wie zu Schellack-Zeiten war. In den 90ern machte sich eigentlich niemand was aus Schallplatten doch mit diesen Special Editions, auf denen oft unveröffentlichte Songs von Bands wie den Melvins, Soundgarden oder Kyuss erschienen, eröffnete sich ein neuer Markt und vielleicht hat das Label sogar zu dem Vinyl-Aufschwung der letzten Jahre beigetragen.
Was die Poster betrifft fand Kozik bald viele Nachahmer, PopArt wurde beliebter als zu Andy Warhol's Zeiten doch die Methoden blieben die selben. Kräftige Siebdrucke auf schwerem Papier, alle nummeriert und handsigniert, so, wie sie auch im Jetzt hängen.
Dabei sind diese Poster nicht unbedingt unerschwinglich. eBay-Shops bieten Koziks ab EUR 15,- an, einige seltene Stücke kosten aber schon auch mal über EUR 1000,-.
Nach dem Konkurs von Man's Ruin, auf dem auch zb. das Debütalbum der Queens of the Stone Age erschienen ist, spezialisierte sich Kozik auf Kid Robot Figuren, da man, wie er sagte, "mit Musik kein Geld verdienen könnte"
Mit Marx, Lenin, Stalin und Mao hat Kozik nicht nur einige der bedeutendsten Kommunisten, gut wie böse, abgebildet, er hat sich auch an den großen Nationalsozialisten des 20. Jhdts herangewagt, dessen Abbild in Europa immer noch sehr polarisiert. Deswegen hab ich bisher davon Abstand genommen, diese Werke auszustellen.
Doch sind es genauso Kunstwerke und so werden auch die
| "verbotenen" Hitlers irgendwann einen Platz bekommen. Verbotsgesetz ist hier wohl keines nötig... ein glorifiziertes Abbild sieht anders aus |
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genial, danke für die ausführliche Beschreibung Deiner galerie :)
(die Andrea, 23. März, 22:09 Uhr)













